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Was machst du
mit einem Schutzengel, der
morgens, während du gemütlich
Kaffee trinkst und
die Welt ordnest, die du

gestern etwas
durcheinander brachtest, aus
dem Himmel stürzt und auf den Balkon
klatscht und tot liegen
bleibt. Zuerst denkst du,

Gottseidank, er hat mich
nicht erschlagen. Und dann?

~ Franz Hodjak ~

Schwäche

Wie eine Glasscheibe
Zwischen uns
Hab sie nicht bemerkt
Hab mir den Kopf gestoßen
Wollte sie nicht sehn
Die Sonne hat mich geblendet

Wie unendliche Dunkelheit
Die uns trennt
Such dich in der Finsternis
Kann dich nicht finden
Lass dich allein
Und gehe der Sonne entgegen

Wie dichte Nebelschleier
Seh dich schemenhaft vor mir
Will zu dir
Aber mit jedem Schritt
Entfernst du dich weiter von mir
Sonnenstrahlen lösen den nebel

Aber du bleibst verschwunden
Ziehst dich weiter zurück
Mit jeder Hand
Die ich nach dir ausstrecke

Weiß nicht
Ob du sie nicht willst
Oder nicht die Kraft hast
Sie zu ergreifen

Sie würde dich halten
Nie loslassen
Doch die Frage ist
Was ist mit deiner Hand

Ich seh dich lachen
Es tut so gut und
Ich schöpfe Hoffnung

Aber dann
Fällt alles zurück
In seine alten Bahnen

Hab genug Kraft
Der Stärke der Sonne zu trotzen
Und sie zu nutzen
Aber nicht genug
Um in die Finsternis zu treten
Hab Angst davor
Nicht fliehen zu können
Hatte gedacht sie endlich
Hinter mir gelassen zu haben

Und ich bin
Entzweigerissen
Zwischen meinem neuen Leben
Und der Liebe zu dir
Muss noch begreifen
Dass du mein Leben bist

~ 7. November 06 ~

Während die Nacht langsam hereinbricht, verwandelt sich die eben noch farbenprächtige Welt in eine dumpfe graue Wüste. Alles ist verstummt, endlich bereit zu schlafen. Am mittlerweile fast schwarzen Himmel erscheint ein Stern nach dem anderen, während ein kleiner Schatten durch die Kälte und Stille des Parks schleicht. Schließlich bleibt er vor ihren Füßen sitzen und sieht sie mit großen Augen an. Ein Lächeln huscht über die Lippen des Mädchens, als sie sich nach vorne beugt, um das dunkle Geschöpf zu streicheln. Sie will gerade ihre Hand wieder zurückziehen, als es mit einem Satz auf die Bank neben sie springt. Leicht unbeholfen tapst es auf ihren Oberschenkeln herum, um sich schließlich an sie zu kuscheln. Vorsichtig streicht sie ihm Nacken und Rücken entlang, das warme Fell fühlt sich ganz weich und unberührt unter ihren Fingern an. Und sie kann den zerbrechlichen Körper des Kätzchens zufrieden auf ihrem Schoß vibrieren spüren...

~ 5. Januar 06 ~

Stille... Nur das gleichmäßige Rauschen der Wellen ist zu hören. Die ersten Sonnenstrahlen wagen sich in den Tag, bereit den Mond zu vertreiben. Am Horizont lassen sie das Meer in den wärmsten farben schimmern. Sanfte Abdrücke bahnen sich ihren Weg den Strand entlang. Die Sandkörner kitzeln zwischen den Zehen ihrer zarten Füße. Und sie auch sie wagt einen weiteren Schritt, hinein ins Nass. Im seichten Wasser stehend kann das Mädchen spüren, wie die leichte Strömung den Sand unter ihr Richtung Unendlichkeit zieht. Ein Windhauch spielt mit ihrem langen weißen Kleid, umschmeichelt ihren Körper. Als sie sich eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht streift, weicht sie wieder einige Schritte zurück. Die Zeit scheint still zu stehen. Ganz langsam gleitet das Kleid des Mädchens von ihren Schultern in den noch kühlen Sand. Vorsichtig schreitet sie ins Wasser, fühlt wie der Boden allmählich unter ihren Füßen schwindet und beginnt zu schwimmen...

~ August 05 ~

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